Motivation
Jeden Tag werden unzählige PDF-Dokumente veröffentlicht: Formulare, Satzungen, Geschäftsberichte, Studienunterlagen, Bedienungsanleitungen oder Informationsbroschüren. Damit diese Dokumente für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sind, müssen sie barrierefrei erstellt werden.
Für Menschen, die Screenreader oder andere assistive Technologien nutzen, reicht ein optisch gut gestaltetes Dokument allein nicht aus. Erst eine korrekte semantische Struktur ermöglicht die sinnvolle Interpretation eines PDF-Dokuments. Dazu gehören beispielsweise Überschriftenhierarchien, Alternativtexte für Abbildungen, Tabellenstrukturen, Formularbeschriftungen sowie eine eindeutige Lesereihenfolge.
Die Überprüfung dieser Anforderungen ist anspruchsvoll und erfordert spezialisierte Prüfwerkzeuge. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung barrierefreier Dokumente durch gesetzliche Vorgaben und den fortschreitenden Ausbau digitaler Verwaltungs- und Geschäftsprozesse kontinuierlich zu.
Paicha verfolgt das Ziel, diese Prüfung einfacher zugänglich zu machen. Ein hochwertiges Prüfwerkzeug sollte sowohl unabhängig vom verwendeten Betriebssystem eingesetzt werden können als auch für alle Nutzerinnen und Nutzer leicht bedienbar sein.
Das Projekt sucht Unterstützung
Digitale Barrierefreiheit ist eine gesellschaftliche Aufgabe.
Mit Paicha entsteht ein Werkzeug, das Unternehmen, Verwaltungen und Bildungseinrichtungen dabei unterstützen soll, barrierefreie PDF-Dokumente einfacher zu prüfen und damit die Qualität der Dokumente zu verbessern.
Das Projekt befindet sich derzeit in der Eigenentwicklung. Für die Weiterentwicklung zu einer fertigen Lösung werden Partner gesucht, die dieses Projekt gemeinsam unterstützen möchten.
Eine Finanzierung ermöglicht insbesondere:
- den Ausbau des Regelwerks
- umfangreiche Tests
- plattformübergreifende Qualitätssicherung
- Entwicklung einer intuitiven Benutzeroberfläche
- Dokumentation
- langfristige Wartung
Gesetzlicher Rahmen
Digitale Barrierefreiheit ist längst kein freiwilliges Qualitätsmerkmal mehr, sondern Bestandteil gesetzlicher Anforderungen innerhalb der Europäischen Union.
Mit dem European Accessibility Act (EAA) wurden europaweit einheitliche Anforderungen an die Barrierefreiheit zahlreicher Produkte und Dienstleistungen geschaffen. In Deutschland erfolgt die Umsetzung durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), dessen Regelungen seit dem 28. Juni 2025 für viele Unternehmen verbindlich gelten.
Bereits zuvor waren öffentliche Stellen des Bundes und der Länder verpflichtet, ihre digitalen Angebote möglichst barrierefrei bereitzustellen. Die Anforderungen orientieren sich dabei unter anderem an der europäischen Norm EN 301 549, welche in vielen Bereichen auf die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) verweist.
Für PDF-Dokumente bildet darüber hinaus PDF/UA (ISO 14289) den international anerkannten Standard für barrierefreie elektronische Dokumente. Die Einhaltung dieser Anforderungen gewinnt sowohl für öffentliche Einrichtungen als auch für Unternehmen zunehmend an Bedeutung.
Daraus ergibt sich ein wachsender Bedarf an zuverlässigen Werkzeugen zur Qualitätssicherung barrierefreier PDF-Dokumente.
Warum ein neuer Validator?
Es existieren bereits Werkzeuge zur Prüfung barrierefreier PDF-Dokumente. Dennoch besteht insbesondere im Bereich plattformübergreifender Software weiterhin Entwicklungsbedarf.
Mit dem PDF Accessibility Checker (PAC) und veraPDF gibt es bereits etablierte Lösungen. Beide erfüllen wichtige Aufgaben, verfolgen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.
PAC bietet eine anwenderfreundliche Oberfläche mit visueller Unterstützung bei der Analyse der Dokumentstruktur und erleichtert dadurch insbesondere die manuelle Prüfung, gleichzeitig ist PAC aber ausschließlich für Windows verfügbar. Organisationen, die Linux oder macOS einsetzen, verfügen derzeit über keine Lösung mit vergleichbarem Funktionsumfang.
Dahingegen ist veraPDF als plattformübergreifendes Open-Source-Projekt auf allen Betriebssystemen lauffähig. Der Fokus liegt jedoch auf der technischen Prüfung normativer Anforderungen. Die visuelle Unterstützung bei der Analyse von Struktur, Lesereihenfolge und Tagging fällt im Vergleich zu PAC deutlich geringer aus und richtet sich eher an technisch versierte Nutzerinnen und Nutzer.
Damit ergibt sich eine Lücke: Derzeit existiert kein Prüfwerkzeug, das die
plattformübergreifende Verfügbarkeit von veraPDF mit der benutzerfreundlichen,
visuellen Unterstützung von PAC verbindet. Genau da möchte ich mit Paicha ansetzen.
Zusätzlich sollen die Prüfschritte, die ausschließlich manuell durchgeführt werden
können, im Validator ihren Platz haben und mit Bedienelementen unterstützt werden.
Dadurch wird nicht nur ein automatischer Prüfbericht erstellt, sondern der Nutzer
interaktiv mit eingebunden.
Projektstatus
Paicha befindet sich noch in der Entwicklung. Aktuell existiert bereits eine funktionsfähige Architektur sowie eine Implementierung erster Validierungsregeln.
Erfüllt: Projektidee
Definition der Zielsetzung und Analyse bestehender Prüfwerkzeuge.
Erfüllt: Softwarearchitektur
Entwicklung einer modularen und plattformunabhängigen Architektur als Grundlage des Validators.
Erfüllt: Erste Validatorregeln
Implementierung erster Prüfungen für die Analyse barrierefreier PDF-Dokumente.
In Bearbeitung: Nutzbarer technischer Demonstrator
Bereitstellung eines technischen Prototyps zur Validierung der Kernidee für interessierte Anwenderinnen und Anwender sowie Einrichtungen, die den Validator im praktischen Einsatz evaluieren möchten.
Download für WindowsAusstehend: Erweiterung der Prüfregeln
Schrittweise Umsetzung weiterer Prüfungen für PDF/UA, semantische Dokumentstrukturen sowie zusätzliche Anforderungen europäischer Standards.
Ausstehend: Tests und Qualitätssicherung
Umfangreiche automatisierte Softwaretests zur Qualitätssicherung der implementierten Prüfregeln sowie Anwendungstests unter verschiedenen Betriebssystemen.
Ausstehend: Intuitive Benutzeroberfläche
Entwicklung einer intuitiven und gut strukturierten Benutzeroberfläche. Interaktive Bedienelementen unterstützen die manuelle Prüfung.
Ausstehend: Version 1.0
Veröffentlichung einer stabilen Version für die Validierung barrierefreier PDF-Dokumente.
Über mich
Hinter Paicha steht kein Unternehmen, sondern ein eigenständiges Softwareprojekt in der Entwicklungsphase.
Moin,
ich bin ein Softwareentwickler aus Schleswig-Holstein und beschäftige mich
hauptberuflich seit ein paar Jahren mit der Programmierung von Windkraftanlagen,
deren Software komplexer aufgebaut ist, als so manch einer denkt. Der Bereich
passt nach einem erfolgreichen Ingenieursstudium in der Elektrotechnik und
Informationstechnik auch ziemlich gut zu mir.
Doch seit Anfang des Jahres beschäftigt mich noch ein ganz anderes Thema,
nämlich die Frage, wie digitale Dokumente für Anwenderinnen und Anwender
mit Einschränkungen gut genutzt werden können.
Das Ganze begann mit einer Bemerkung meines besten Freundes. Aufgrund einer Erkrankung wird er in Zukunft zunehmend auf barrierefreie Dokumente angewiesen sein. Er hat sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt und mir bewusst gemacht, welche Bedeutung digitale Barrierefreiheit für viele Menschen im Alltag besitzt, aber wie viel Bedarf ausgerechnet in diesem Bereich heute noch existiert.
Barrierefreiheit sollte keine Hürde darstellen – weder für Menschen noch
für Organisationen, die digitale Informationen bereitstellen.
Mein Ziel mit Paicha ist es nicht einfach nur ein Prüfwerkzeug zu entwickeln,
sondern einen Beitrag zu leisten, der allen Personen gleichermaßen Zugang
zur Digitalisierung erlaubt.
Kontakt
Sie vertreten eine öffentliche Einrichtung, ein Unternehmen
oder eine Förderorganisation und möchten die Entwicklung eines
plattformunabhängigen Werkzeugs für digitale Barrierefreiheit
unterstützen?
Ich freue mich über den Austausch.
PDF Accessibility - Interactive Check Assistant
E-Mail: info.paicha@gmail.com